Großstädte in Deutschland - DortmundDortmund ist eine kreisfreie Stadt im östlichen Ruhrgebiet und gehört zum Regierungsbezirk Arnsberg im Bundesland Nordrhein-Westfalen der Bundesrepublik Deutschland. Die Stadt ist Mitglied im Kommunalverband Ruhrgebiet. Sie ist die größte Stadt Westfalens und liegt je nach genauem Zähldatum und Quelle an der sechsten bis achten Stelle der größten deutschen Städte. Geografie und KlimaGeografieGeografisch gesehen weist Dortmund folgende Koordinaten auf: 51° 30' 58" nördlicher Breite und 7° 28' 05" östlicher Länge. Die Höhe über Normalnull beträgt zwischen 50 und 254 Metern. Südlich der Stadt erheben sich die Ausläufer des Ardeygebirges und des Sauerlandes, nördlich grenzt das Münsterland an Dortmund. In Osten liegt die fruchtbare Soester Börde und im Westen das industriell geprägte Ruhrgebiet (Dortmund ist Teil des Selbigen.). An der südlichen Stadtgrenze unterhalb der Hohensyburg mündet die Lenne in die Ruhr, die wiederum etwa 70 km westlich in den Rhein fließt. Angrenzende Städte und Gemeinden (im Uhrzeigersinn):Lünen - Kamen - Unna - Holzwickede - Schwerte - Hagen - Herdecke - Witten - Bochum - Castrop-Rauxel - Waltrop GewässerAuf Dortmunder Stadtgebiet fliessen Ruhr und Emscher. Nördlich der Stadt fließt die Lippe. Südlich findet sich der Hengsteysee. Der Dortmund-Ems-Kanal bindet Dortmund an das Kanalnetz. Momentan wird der Hörder bzw. Phoenixsee in Hörde gebaut. KlimaDas Klima in Dortmund ist geprägt durch milde Winter und relativ kühle Sommer. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 9 - 10° C. Im langjährigen Durchschnitt fallen 750 mm Niederschläge jährlich. Das Maximum mit 80 - 90 mm im Juli, das Minimum mit 40 - 50 mm ist im Februar zu verzeichnen. GeschichteErste Spuren der Besiedlung auf dem heutigen Dortmunder Stadtgebiet reichen bis in die Bronzezeit zurück. Die Ausgrabungen eines jungsteinzeitlichen Dorfes zwischen den Ortsteilen Oespel und Marten sowie frühmittelalterliche Friedhöfe in Wickede und Asseln belegen dies. Die fränkischen Reichsannalen berichten 775 von der Eroberung der Syburg, einer wichtigen Fliehburg der Sachsen über dem Zusammenfluss von Ruhr und Lenne. Dortmund wurde um 880 bis 885 das erste mal als "Throtmani" erwähnt, gegen 990 wurde das Marktrecht erteilt. Die Stadt entwickelte sich zu einem wichtigen Handelszentrum und konnte sich ab dem 13. Jahrhundert als Freie Reichs- und Hansestadt bezeichnen. Eine besondere Rolle als Handelsstraße spielte der Hellweg, dessen durch die Stadtmitte laufender Abschnitt heute die wichtigste Einkaufsstraße ist. In Folge des Dreißigjährigen Kriegs verlor Dortmund sehr an Bedeutung. Die Einwohnerzahl Dortmunds sank bis zum Jahre 1793 auf 4500 Einwohner. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts begann durch die Kohlenförderung und Stahlverarbeitung der erneute Aufstieg der Stadt und der Wandel zu einer Industriestadt. Seit der Eröffnung der Köln-Mindener Eisenbahn im Jahr 1847 wurde Dortmund zu einem wichtigen Verkehrsknoten im Ruhrgebiet. Einen weiteren bedeutenden Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung leistete 1899 die Eröffnung des Dortmund-Ems-Kanals und damit des Hafens. Ab 1905 wurden damals zum Landkreis Dortmund gehörende Gemeinden als Ortsteile aufgenommen, Höhepunkt war das Gesetz über die kommunale Neuordnung des Ruhrgebiets von 1928, das, neben dem Amt Aplerbeck, die Stadt Hörde und den Landkreis Dortmund mit der Stadt Dortmund vereinigte. 1929 folgte dann auch der Landkreis Hörde. 1938 wurde noch vor der "Reichspogromnacht" die Dortmunder Synagoge abgerissen. Auf ihrem Gelände steht heutzutage das Opernhaus, eine Gedenktafel erinnert an die Ereignisse. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt mitsamt ihrer historischen Kirchen stark zerstört. 98% der innerstädischen Besiedlungsflächen lagen in Trümmern. Zeitgenössischen Berichten zufolge wurde zunächst erwogen, die Innenstadt nicht wieder aufzubauen. Der Wiederaufbau ging insgesamt gesehen aber so schnell voran, dass 1950 der 500.000 Einwohner geboren wurde. WirtschaftTraditionelle WirtschaftsektorenIm Rahmen der Industrialisierung entwickelte sich Dortmund zu einem Zentrum der Schwerindustrie (Kohle- und Stahlindustrie) mit herausragender Stellung der Konzerne Hoesch Stahl AG und Ruhrkohle AG. Die Hoesch AG wurde in den 1990er Jahren durch die Krupp Stahl AG feindlich übernommen und ein Großteil der Produktionsorte in Dortmund wurde daraufhin stillgelegt, obwohl dies vor der Übernahme in der Öffentlichkeit immer wieder ausgeschlossen wurde. Auch der Maschinen- und Anlagebau (Uhde) besitzt in Dortmund eine große Tradition. Über seine Grenzen hinaus wurde Dortmund als Bierstadt durch das Brauen von Exportbier bekannt. Von den unzähligen Dortmunder Brauereien (u.a. DUB, DAB, Kronen, Thier, Stifts, Hansa, Ritter) blieben durch Konzentration nur noch zwei Brauereien übrig: Die Brauerei Dortmunder Union in Lütgendortmund und die Dortmunder Actien-Brauerei in der Nordstadt. StrukturwandelIn der Zeit von 1960 bis 1994 verringerte sich die Zahl der Industriebeschäftigten von 127000 auf 37000 Personen. Parallel dazu wurden neue Arbeitsplätze primär im Dienstleistungssektor (Banken, Versicherungen) geschaffen. Ebenso stieg die Bedeutung Dortmunds als Oberzentrum des Einzelhandels. Ein zukunftweisendes Signal war Ende 1968 die Gründung der Universität Dortmund. Die Campus-Universität legte den Grundstein für den heutigen Wissenschaftsstandort. In räumlicher Nähe zur Universität wurde 1985 der Technologiepark als einer der ersten Deutschlands eröffnet. Wirtschaft aktuell
VerkehrStraßeDortmund ist über sechs Autobahnen (A 1, A 2, A 40, A 42, A 44, A 45) und drei Bundesstraßen B 1, B 54 und B 236) an das deutsche Fernstraßennetz angebunden. SchieneDer Dortmunder Hauptbahnhof ist ein ICE-Fernbahnhof und zählt zu den wichtigsten Verkehrsknotenpunkten in Deutschland. Darüberhinaus gibt es 18 Regionalbahnhöfe, sowie 25 S-Bahn-Stationen. LuftDer Flughafen Dortmund befindet sich im östlichen Stadtteil Wickede und ist über einen kostenlosen Shuttlebus direkt an den Bahnhof Holzwickede/Dortmund-Flughafen an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Den Flughafen Düsseldorf erreicht man in etwa 60 Minuten mit der Bahn oder dem PKW. WasserDortmund ist über den Dortmund-Ems-Kanal mit dem Rhein und der Nordsee verbunden und verfügt über den größten Kanalhafen Europas, der aber im Zuge des Strukturwandels an Bedeutung verloren hat. Geplant ist der Bau einer Marina um den Freizeitwert des Hafens zu erhöhen. Öffentliche VerkehrsmittelDer öffentliche Nahverkehr in Dortmund wird großteils von den Dortmunder Stadtwerken im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr abgewickelt. Die Stadt verfügt über ein Stadtbahn-Netz mit sechs Linien, zwei Straßenbahnlinien und ein dichtes Netz an Bus-Linien. S-Bahn-Linien führen nach Düsseldorf (S1), Unna (S4), Hagen (S5) und Recklinghausen/Essen/Duisburg (S2). Zudem gibt es eine automatische H-Bahn zwischen zwei Universitäts-Campi und dem Stadtteil Eichlinghofen sowie dem Technologiepark. Sehenswürdigkeiten
Park- und Grünanlagen
Sehenswerte Kirchenbauten
Baudenkmäler
Urbane Viertel
Kultur und BildungDie Stadt Dortmund vergibt zweijährig den Nelly-Sachs-Preis für Literatur. Museen
Theater
SportDortmund beherbergt den Ballspielverein Borussia 09 (BVB), deutscher Meister 1956, 1957, 1963, 1995, 1996 und 2002, Champions-League- und Weltpokalsieger 1997, der im Westfalenstadion südlich der Innenstadt spielt. Das Westfalenstadion ist Spielstätte der Fußballweltmeisterschaft 2006. Es bietet Platz für 82.932 Zuschauer. In direkter Nachbarschaft befindet sich das Leichtathletik- Stadion Rote Erde, die Westfalenhallen als Schauplatz zahlreicher Europa- und Weltmeisterschaften in verschiedenen Sportarten sowie das Leichtathletikzentrum Helmut-Körnig-Halle. In Dortmund beheimatet ist der Olympiastützpunkt Westfalen. Daneben existieren Leistungszentren für die Sportarten Rudern, Schießen, Eiskunstlauf und Eistanz. Eine besondere Bedeutung für den Breitensport besitzt der größte Verein TSC Eintracht Dortmund. Persönlichkeiten
Kultur
Kulinarische SpezialitätenDortmunder BierDortmunder Bier ist ein ursprünglich in Dortmund gebrautes untergäriges Vollbier. Es schmeckt bitterer als Münchener oder Helles und weniger bitter als Pils, da stärker gehopft als ersteres, und weniger stark als letzteres. Es ist dunkler und malziger als als Pils. Der Name kommt aus der früheren Praxis, Bier für den Export stärker zu brauen und dann im Bestimmungsland auf Trinkstärke zu strecken. Dies sollte Transportkosten sparen, da Wasser vor Ort ja vorhanden war. Export verlor sein positives Image seit den 1970er Jahren, als die Industriearbeiter es zu sehr mit dem Industriestandort verbanden, während Pils für sie Urlaub in der Natur bedeutete. Vor allem die sauerländischen Pilsbrauereien verkauften von nun an ihr Bier sehr gut in Dortmund, was für die einheimische Bierindustrie eine große Konkurrenz darstellte. Aber es wird nach wie vor gebraut und ist unter den norddeutschen Exportbieren immer noch häufig. Dortmunder oder kurz Dort ist aber heute noch eine Bezeichnung für Biere in den Niederlanden, die teils wirklich nach Dortmunder Art gebraut sind, teils aber auch stärker sind, und eigentlich den Namen zu unrecht tragen. PfefferpotthastPfefferpotthast ist traditionelles Gericht der Deutschen Küche und gehört zur Küche Westfalens. Für einen traditionellen Pfefferpotthast wird zuerst Rindfleisch in Schmalz kräftig angebraten und anschließend Zwiebeln in selber Menge glasig gedünstet. Fleisch und Zwiebeln zusammen werden mit Brühe dann weich geköchelt und mit Kapern und Zitronensaft abgeschmeckt. Im Sommer wird zu diesem Gericht Salzkartoffeln und Salat gegessen, im Winter werden dazu Gewürzgurken und Rote-Bete serviert. In einigen Städten wie etwa Dortmund gehört es zum Brauch, dieses Gericht im Herbst zu servieren. Das Gericht wurde 1378 das erstemal amtlich in Dortmund erwähnt. Der Name setzt sich aus Pfeffer, Pott und Hast zusammen. "Hast" steht dabei für das Stück Rindfleisch, das wesentlicher Bestandteil des Pfefferpotthast ist, "Pott" weist daraufhin, dass lediglich ein Topf benötigt wird, strittig ist lediglich die Bedeutung von "Pfeffer" in diesem Zusammenhang. Pfeffer kann ein Hinweis auf das verwendete Gewürz sein, noch wahrscheinlicher ist jedoch, dass es für das feingeschnittene Fleisch in diesem Rezept steht. PanhasPanhas (Pfannenhase) ist ein westfälischens Gericht, das traditionell zum Schlachtfest gehört. Panhas besteht aus Hackfleisch, frischer Leber- und Blutwurst, die zusammen mit Zwiebeln in der Pfanne gebraten und anschließend mit Brühe aufgegossen werden. Diese Mischung wird mit Blut und Buchweizenmehl eingedickt. Serviert wird es mit Salzkartoffeln und Sauerkraut; kalt wird es auch mit Brot gegessen. PumpernickelDas Wort Pumpernickel bezeichnet ein haltbares Roggenbrot, das nicht, wie üblichen Brote, im Ofen gebacken wird, sondern im Dampf gegart wird. Es besteht aus Roggenschrot, das zuerst stundenlang im heißem Wasser aufgequollen wird, bevor es in speziellem Formbehälter im eigenem Dampf mit wenig Hefe, Malz und Zuckerrübensirup fertiggegart wird. Seine fast schwarze Farbe wird durch Zugabe von Rübenkraut bewirkt. Pumpernickel wird traditionell in Westfalen hergestellt. Der Herstellungsprozess unterscheidet sich von dem anderer Brote dadurch, dass Pumpernickel fast kein Treibmittel (Hefe, Sauerteig) braucht. Daher bleibt es sehr dicht, ohne durch Gasentwicklung des Treibmittels aufgelockert zu werden. Pumpernickel wird in heißem Wasserdampf über mehrere Stunden gegart und dadurch auch pasteurisiert. Eingeschweisst hält es sich danach viele Monate, in Dosen auch ein ganzes Jahr. Pumpernickel schmeckt leicht süßlich und eignet sich durch seine lange Haltbarkeit ausgezeichnet als Reiseproviant. Im englischen Sprachraum werden oft leichte, mit Melasse dunkel gefärbte Weizenbrote "Pumpernickle" genannt. Über den Ursprung des Namens kursieren verschiedene Versionen. Vermutlich richtig ist die Herkunft von Nickel, einem Kobold, der Schabernack mit den Menschen trieb (daher auch die Bezeichnung "nickelig" und der Name des Metalls "Nickel"). Pumpern ist das mittelhochdeutsche Wort für "furzen"; die Blähungen wurden angeblich von besagtem Nickel verursacht. Weit verbreitet ist eine Legende, nach der die Bezeichnung Pumpernickel von den Soldaten Napoleons stammt. Als Franzosen hätten diese das westfählische Brot für «bon pour Nickel» erklärt, als gerade mal eben gut genug für Napoleons Pferd Nickel. Eine lokale Version sagt, der Rheiner Bäckermeister Pompey habe das "nickelige" Brot im Jahre 1635 erfunden ("Pompeins Nickel"). |